{"id":811,"date":"2018-01-12T17:09:11","date_gmt":"2018-01-12T16:09:11","guid":{"rendered":"http:\/\/www.showrespect.com\/?p=811"},"modified":"2018-01-19T17:03:55","modified_gmt":"2018-01-19T16:03:55","slug":"foodsharing-schweiz-das-engagement-gegen-lebensmittelverschwendung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.showrespect.com\/en\/2018\/01\/foodsharing-schweiz-das-engagement-gegen-lebensmittelverschwendung\/","title":{"rendered":"FOODSHARING Schweiz &#8211; Das Engagement gegen Lebensmittelverschwendung"},"content":{"rendered":"<p>Rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel f\u00fcr die Schweiz geht w\u00e4hrend der kompletten Lebensmittelkette verloren. Dies ist eine unglaublich hohe Zahl, welche nicht nur vom \u00f6kologischen, sondern auch vom moralischen Standpunkt her nicht vertretbar ist. Betriebe, aber auch private Haushalte, entsorgen aus rechtlichen oder \u00fcbersch\u00fcssigen Gr\u00fcnden Lebensmittel. Um diesem Wahnsinn entgegenzuwirken und verantwortungsvoller mit Lebensmitteln umzugehen, engagiert sich die mittlerweile internationale Bewegung foodsharing.<\/p>\n<p><span style=\"color: #3e3e3e;\">\u00a0<\/span>Foodsharing Schweiz ist ein ehrenamtlich basiertes Projekt, welches sich aktiv darum k\u00fcmmert, die Verschwendung von Lebensmitteln zu verhindern oder zumindest stark zu reduzieren. Ein solches Engagement ist \u00e4usserst lobenswert und verdient h\u00f6chste Anerkennung und Respekt. Je mehr Menschen hier teilnehmen desto schneller kann ein unn\u00f6tiges Verschwenden von Nahrungsmitteln verhindert werden. Wir zollen dieser Initiative grossen Respekt und m\u00f6chten daher einen Blick hinter die Kulissen von foodsharing Schweiz bieten.<\/p>\n<p>Daf\u00fcr haben wir uns mit Peter T\u00f6nnies, einem von 5 Botschaftern von foodsharing Z\u00fcrich, unterhalten. Er hat unter anderem die Aufgabe interne Mitglieder zu verwalten und zu schulen aber auch externe Vortr\u00e4ge zu halten und Betriebe bez\u00fcglich der Eind\u00e4mmung von Lebensmittelverschwendung zu unterst\u00fctzen.<\/p>\n<p><strong>Wie k\u00f6nnen Sie den Betrieben dabei helfen, weniger Lebensmittel wegzuwerfen?<\/strong><br \/>\n<em>Peter T\u00f6nnies:<\/em> \u201eKonkret schaue ich mir Prozesse in Restaurants oder Superm\u00e4rkten an und berate oder schule die Betriebe, welche sich zu wenig mit dem Thema auseinandersetzen oder keine Zeit daf\u00fcr investieren k\u00f6nnen oder wollen. Oftmals versuchen wir dann lokale Kooperationen mit karitativen Einrichtungen oder \u00e4hnlichem einzurichten und als Vermittler zu fungieren. Falls dies nicht klappt kommen als letzte Instanz Mitglieder von foodsharing vorbei, um die Lebensmittel abzuholen.&#8221;<\/p>\n<p>[foogallery id=&#8221;890&#8243;]<\/p>\n<h4><\/h4>\n<h5><b>Von Foodsharern bis zu Foodsavern<\/b><\/h5>\n<p>Foodsharing Schweiz z\u00e4hlt \u00fcber 1400 Mitglieder, sogenannte Foodsaver, welche berechtigt sind Lebensmittel abzuholen. Diese Foodsaver, welche speziell geschult und \u00fcberpr\u00fcft werden helfen dabei Essen abzuholen und es aktiv zu verteilen. Des Weiteren werden mittlerweile in mehreren gr\u00f6sseren St\u00e4dten Fair-Teiler aufgestellt. So nennen sich von foodsharing platzierte K\u00fchlschr\u00e4nke, welche f\u00fcr alle frei zug\u00e4nglich sind und die regelm\u00e4ssig von Foodsavern gef\u00fcllt werden. Registrierte Nutzer, sogenannte Foodsharer, gibt es knapp 15000 in der Schweiz.<\/p>\n<p>\u201eDie Foodsaver sind sehr dezentral verteilt und vor allem mit dem Velo unterwegs. Die meisten Eins\u00e4tze dauern etwa 30 Minuten. Das Ganze klappt sehr gut, und wir haben aktuell an die 40 Kooperationen in Z\u00fcrich, wo regelm\u00e4ssig Lebensmittel abgeholt werden.\u201c<\/p>\n<p>Die Foodsaver werden von den Verantwortlichen verifiziert, um einen seri\u00f6sen und komplikationslosen Ablauf zu garantieren. \u201eDie Lebensmittel werden oftmals im privaten oder Firmen- bzw. Studienumfeld verteilt oder je nach Menge auch selbst konsumiert. Das ist dann auch der sch\u00f6nste Part, das Verschenken. Gratis Essen kommt ja grunds\u00e4tzlich \u00fcberall gut an\u201c, merkt T\u00f6nnies schmunzelnd an.<\/p>\n<h5><b>Fl\u00fcchtlingstandem <\/b><b>&#8211; eine<\/b><b> <\/b><b>sinnvolle<\/b><b> Projektidee<\/b><\/h5>\n<p>Die foodsharing Initiative besteht und funktioniert schon seit \u00fcber 5 Jahren sehr gut, ist aber auch stets offen f\u00fcr neue Projekte. Seit geraumer Zeit kamen sie auf die Idee, bed\u00fcrftige Fl\u00fcchtlinge mit in der N\u00e4he wohnenden Foodsavern zu verkn\u00fcpfen. Aktuell sind bereits \u00fcber 100 solcher Tandems gebildet worden und sobald etwas von den Foodsavern abgeholt wurde, kann dieser eine kurze Nachricht an sein \u201eGsp\u00e4nli\u201c senden, ob dieser Lust auf bestimmte Lebensmittel hat.<\/p>\n<p>Foodsharing konkurrenzieren sich zudem nicht mit der AOZ (Asylorganisation Z\u00fcrich) und der Schweizer Tafel zusammen, sondern arbeiten erg\u00e4nzend zusammen. Sie holen zum Beispiel auch dort \u00fcbersch\u00fcssige Lebensmittel ab und retten noch gut erhaltene Produkte vor dem Abfallcontainer, wo die Tafel keine Eins\u00e4tze leisten kann.<\/p>\n<h5><b>Pr\u00e4vention beginnt bei uns: 45% der verschwendeten Lebensmittel werden zu Hause weggeworfen<\/b><\/h5>\n<p>\u201eWenn wir mal darauf achten, was alles im M\u00fclleimer landet, aufgrund des Mindesthaltbarkeitsdatums, ist dies schon enorm. Auch in Anbetracht dessen, dass fast alle dieser Lebensmittel v\u00f6llig unbedenklich noch l\u00e4nger konsumiert werden k\u00f6nnen\u201c, stellt T\u00f6nnies fest.<\/p>\n<p>Laut einer <a href=\"http:\/\/foodwaste.ch\/wp-content\/uploads\/2014\/09\/Studie_WWF_foodwastech_2012.pdf\">Studie<\/a>, welche vor einigen Jahren erhoben wurde, werden etwa 45% aller verschwendeten Lebensmittel in der Schweiz zu Hause weggeworfen.<\/p>\n<p>\u201eDas Thema Foodwaste verzeichnet in der Schweiz einen starken Anstieg des pers\u00f6nlichen aber auch unternehmerischen Interesses und ich werde mittlerweile an vielen Orten f\u00fcr Vortr\u00e4ge oder auch Schulungen eingeladen, was nat\u00fcrlich eine sehr positive Entwicklung ist\u201c, konstatiert T\u00f6nnies zufrieden.<\/p>\n<p>Steigendes Interesse der Bev\u00f6lkerung geht gleichermassen mit einem steigenden Interesse der Betriebe einher. \u201eIch bekomme mittlerweile immer mehr Anrufe von Betrieben, die gerne mit uns zusammenarbeiten wollen und sogar auch damit werben, dass bis zum Ende der Wertsch\u00f6pfungskette keine Lebensmittel weggeworfen werden, sondern bei foodsharing landen \u201c.<\/p>\n<h5><strong>Jeder kann mithelfen<\/strong><\/h5>\n<p>Sind wir mal ehrlich zu uns. Jeder von uns hat praktisch schon einmal zu viel eingekauft, und musste die Lebensmittel schweren Herzens mit dem Abfalleimer bekannt machen. Es geht aber auch anders. Denn sich anzumelden und die \u00fcbersch\u00fcssigen Lebensmittel anderen anzubieten ist ganz einfach. Auf der Homepage <a href=\"https:\/\/foodsharingschweiz.ch\/\">https:\/\/foodsharingschweiz.ch\/<\/a> kann man sich in wenigen Sekunden registrieren und schon ist man dabei.<\/p>\n<p>Um zu sehen, wo in seiner Umgebung Lebensmittel privat oder in gef\u00fcllten Fair-Teilern angeboten werden, <em><a href=\"https:\/\/foodsharingschweiz.ch\/karte\">klickt man<\/a><\/em> einfach auf die <em><a href=\"https:\/\/foodsharingschweiz.ch\/karte\">Karte<\/a><\/em>.<\/p>\n<p>Bedarf gibt es bei foodsharing Schweiz auch im Bereich der IT. Da das foodsharing Projekt auf ehrenamtlicher Basis aufgebaut ist, l\u00e4uft diesbez\u00fcglich noch nicht alles ganz optimal. Serverkosten m\u00fcssen gedeckt werden, die Homepage und die Kontaktaufnahme zu den Foodsavern muss reibungslos funktionieren. \u201eHeutzutage haben die meisten Mitglieder nur noch ein Smartphone und sind auch nur noch \u00fcber diese Kan\u00e4le erreichbar. Um viele unserer Abl\u00e4ufe noch besser zu organisieren, w\u00e4re eine App f\u00fcr Foodsharer und Foodsaver eine grandiose Sache\u201c, w\u00fcnscht sich T\u00f6nnies.<\/p>\n<p>Wir von unserer Seite w\u00fcnschen foodsharing einen wachsenden Erfolg und weiterhin ein solch achtenswertes Engagement um unserer Umwelt, unserer Natur und unseren Tieren etwas Gutes zu tun.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-812 size-large colorbox-811\" src=\"\/\/www.showrespect.ch\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/serveimage-1024x768.png\" alt=\"\" width=\"1024\" height=\"768\" srcset=\"https:\/\/www.showrespect.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/serveimage-1024x768.png 1024w, https:\/\/www.showrespect.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/serveimage-300x225.png 300w, https:\/\/www.showrespect.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/serveimage-768x576.png 768w, https:\/\/www.showrespect.com\/wp-content\/uploads\/2018\/01\/serveimage.png 1200w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rund ein Drittel der produzierten Lebensmittel f\u00fcr die Schweiz geht w\u00e4hrend der kompletten Lebensmittelkette verloren. 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